WARUM SOLLEN WIR DIE ENTWICKLUNG DER BAHNSTADT DEM EGH-KONSORTIUM ÜBERLASSEN, WENN ES EINE GUTE ALTERNATIVE GIBT ?
Verwundert reibt sich der Beobachter der Heidelberger Kommunalpolitik die Augen.
Wieso möchte die Stadt Heidelberg freiwillig ein Defizit von 50 Millionen € übernehmen, wenn es eine echte Alternative gibt die Vorzüge aufzuweisen hat?
Kann es sein, das die Heidelberger Kommunalpolitik Angst vor der eigenen Courage hat bzw. bei der Komplexität der Materie der Verwaltungsspitze ausgeliefert ist?
Die Alternative ist qualitativ gleichwertig – wenn nicht überlegen. Die Städte Tübingen, Freiburg und Offenburg sind diesen „Weg“ mit Erfolg gegangen. Wieso sollten wir dies in Heidelberg nicht auch schaffen? Fehlt vielleicht dem Gemeinderat der Mut ohne die notwendigen Informationen zur Alternative?
Dabei liegen die Fakten für eine entscheidungsreife Alternative auf dem Tisch:
1. Die Qualität der Alternative wird von allen Fachleuten bestätigt.
2. Der große Vorzug der Alternative liegt in der Steuerung des Projektes. Die RNZ vom 04.12.07 merkt zu Recht an: „die Stadt gibt relativ viel aus, ohne direkt bestimmen zu können“. Dies ist z.B. in Tübingen völlig anders. Jedes Grundstück wird ausgeschrieben und die Stadt entscheidet welches Nutzungskonzept passt.
3. Die Gesamtfinanzierung der Alternative ist wesentlich günstiger, da die aurelis-Flächen zum Anfangswert gekauft werden = 18 Mio. € . Außerdem werden im Bereich des Bodenmanagement 5 Mio. € weniger gebraucht. Die Stadt muss mit dem Projekt auch keine Rendite von 15% erwirtschaften und enorme Projektmanagementkosten abdecken = 20 Mio. €
4. Auch eine zügige Durchführung ist trotz aller „Unkenrufe“ möglich, da viele Vorbereitungsarbeiten parallel und nicht nacheinander bearbeitet werden und eine gute Vorbereitungsphase bekanntlich ein gutes inhaltliches und finanzielles Ergebnis bringt.
5. Auch das notwendige Fachwissen ist in der Stadtverwaltung vorhanden, es muss lediglich organisatorisch gebündelt werden. Für die Abwicklung der finanziellen Transaktionen kann die Verwaltung, wie Tübingen und Freiburg auch, zusätzliches unabhängiges know-how gezielt einkaufen.
Was benötigt der Gemeinderat noch um diesen Weg zu gehen?
Das EGH-Modell, bei dem das Konsortium auf Kosten der Stadt baut und seine eigenen Ausgaben „gedeckelt“ sind nennt man auch „Bauherr ohne Risiko“.
Dies ist das schlechtes Modell für die Interessen der Stadt, da das wirtschaftliche Risiko ohne Steuerungsmöglichkeit bei der Stadt liegt. Wie wird ein solch „blindes Vertrauen“ gerechtfertigt? Das Konsortium muss mit der Bahnstadt eine Rendite erwirtschaften. Fachlich belegt ist, dass Stadtentwicklungsprozesse nur dann nachhaltige Ergebnisse erzielen, wenn das wirtschaftliche Ziel ein ausgeglichenes Ergebnis ist.
Vor Weihnachten ist es an der Zeit, die Augen zu öffnen und nicht an Wunder zu Glauben, sondern Schritt für Schritt in eigner Verantwortung das Bahnstadt-Projekt, auch der regionalen Wirtschaftförderung zu Liebe, als Stadt selbst zu steuern und zu verantworten – nur dann wird aus der Bahnstadt ein lebenswerter und attraktiver neuer Stadtteil.